Wenn Bälle durch die Luft fliegen ...

... dann hat der TSV Staaken zu seinem alljährlichen Mixed-Turnier geladen.

Es ist Samstag, also Wochenende. Das schreit doch eigentlich danach, länger im Bett zu bleiben und in aller Gelassenheit auszuschlafen. Aber der Wecker klingelt und schafft es mit seinem lauten und durchdringenden Geläut einen aus dem Schlaf zu reißen. Es ist sechs Uhr in der Früh! Aber warum eigentlich? Ach ja, heute ist ja das Turnier und die Halle muss bis zum Eintreffen der Mannschaften vorbereitet sein und das Buffet wartet auf seine Zubereitung. Also los, raus aus den Federn!

Zweieinhalb Stunden später, mit Sporttasche, Kaffeemaschine und vier selbstgemachten Lachsrollen, finden wir uns vor der Sporthalle wieder. Die Halle war schon auf und Frank und Co. werkelten und wuselten schon fleißig vor sich hin. Allen ist die Müdigkeit noch ins Gesicht geschrieben, einige – darunter auch der Autor dieses Textes – hatten noch kein schwarzes Lebenselixier getrunken, was auch mal kurz beklagend durch die Runde ging. Stefan W. hatte den Laptop schon betriebsbereit gemacht, die Turnierverwaltung stand also schon mal. Marc, Ronny und einige mehr – aufgrund des fehlenden Kaffees waren noch nicht alle Sinne voll bei der Arbeit, deshalb bitte ich es zu entschuldigen, wenn ich den ein oder anderen Namen vergessen habe – kümmerten sich um die Netze. Wieder andere machten das Buffet startklar, was vor allem hieß, Brötchen schmieren für circa 80 hungrige Mäuler.

Um kurz nach neun Uhr trafen die ersten Spielerinnen und Spieler ein. Die Halle füllte sich langsam, aber beständig. Sie fanden eine Halle mit drei gut bespielbaren Feldern vor, deren Netzhöhen akribisch durch Ronny kontrolliert worden waren – ein Hoch auf das Maßband! Das Buffet stand auch und sah klasse aus – ein großes Lob mit wirklicher Bewunderung an die fleißigen Buffetbienchen! Und dann war es endlich soweit: Der erste Kaffee des Tages, wuhu! Wo wäre die Gesellschaft nur ohne dieses wundersame, dunkle Aufgussgetränk mit seiner geheimnisvollen Wirkung? Nicht nur, dass wir es nicht morgens zur Arbeit oder in die Uni schaffen würden, Turniere oder Spieltage früh morgens wären einfach undenkbar. Aber ich schweife ab, zurück zum Turnier!

Eigentlich sollten die ersten Spiele um 10 Uhr gestartet werden, aber wie es nun mal so ist, konnte Frank sich erst zur vollen Stunde vor die versammelten Mannschaften stellen und uns willkommen heißen sowie den Spielmodus des Turniers erklären. Da nun nicht jeder Leser bzw. jede Leserin des Textes beim Turnier dabei waren, muss ich hier kurz technisch werden und den Modus kurz schildern – wen solch technischer Kram nicht interessiert, einfach beim nächsten Absatz weiterlesen: Es gab eine Vorrunde und eine Platzierungsrunde. In der Vorrunde spielten alle Teams gegeneinander. Bei zehn Teams hieß das also neun Spiele. An den Gesichtern konnte man nach einem kurzen Aufleuchten von Freude deutlich ablesen: „Puh, das wird anstrengend!“ Jedes Spiel bestand aus zwei Sätzen, die bis jeweils 16 Punkte gingen. Für jeden gewonnen Satz gab es zwei Punkte. Wer also beide Sätze gewann und damit das Spiel, der konnte vier Punkte auf sein Konto verbuchen, bei einem gewonnenen und einem verlorenen Satz, gab es nur zwei Punkte, und wer das Spiel komplett verlor, also beide Sätze abgab, der musste sich mit null Punkten zufrieden geben. Da es nun durchaus am Ende der Vorrunde zu vielen gleichplatzierten Mannschaft bei so einem Modus kommen kann, wurden auch die Ballpunkte gezählt, also wie viele Punkte eine Mannschaft im Laufe der Vorrunde ansammelte bzw. wie viele Punkte die Gegner gegen die Mannschaften in den Spielen schafften. Haben alle Mannschaften gegeneinander gespielt, ist die Vorrunde beendet, Franks tolle Excel-Tabelle berechnet daraufhin die Plätze 1–10. Sollten jetzt zwei Teams auf dem gleichen Platz landen, trotz Satz- und Ballpunkten, so zählte der direkte Vergleich. In der Endrunde würden dann die ersten fünf Mannschaften die oberen fünf Plätze ausspielen und die unteren fünf Mannschaften würden um die Plätze 6–10 kämpfen. Auch hier galt, nochmal spielen alle Mannschaften in den zwei Gruppen jeweils gegeneinander. Nochmal vier Spiele. Und wieder ging ein Raunen durch die gespannt zuhörenden Mannschaften: „Puh, das wird wirklich anstrengend!“

Nach der Ansprache erhielt jede Mannschaft noch einen Sechserpack Wasser und einen individuellen Spielplan. Um 10.25 Uhr starteten die ersten Spiele. So traten für die kommenden 8 ½ Stunden zehn hochmotivierte und verdammt gutaussehende Mannschaften gegeneinander an – und die Namen erst: Borgsdorfer Netzroller, Milas Fanclub, KW Netzklopper, SF Kladow, Schering, Elsenmix, Friedenspfeifen, Netzhocker, Eintracht Südring und TSV Staaken. Die Vorrunde verlief ohne große Zwischenfälle. Es gab weder Gemecker, noch Gezeter, noch verletzte sich jemand! Weiter so! Nach den ersten neun Spielen also, keiner schien bisher an seine konditionellen Grenzen gekommen zu sein, ergab sich die folgende Platzierung: Platz 1 sicherten sich souverän die Friedenspfeifen, gefolgt von SF Kladow, Milas Fanclub, Netzhocker und Eintracht Südring. Diese fünf würden also um die Plätze 1–5 spielen. Schering kam auf Platz 6, hätte aber auch auf Platz 5 landen können. Die Ballpunkte sprachen gegen sie und für Eintracht Südring. Platz 7 ging an die Borgsdorfer Netzroller, gefolgt von den Mannschaften TSV Staaken, KW Netzklopper, Elsenmix. Das Ausspielen um die Plätze 6–10 war geregelt. Ab in die Werbung!

Und da sind wir auch schon wieder zurück zur hochspannenden und dramatischen Endrunde. Ich kann Ihnen Blut, Knochenbrüche und spannende Spiele versprechen!

Die ersten drei Spiele starteten um 16.20 Uhr: Schering gegen Elsenmix, Friedenspfeifen gegen Eintracht Südring und TSV Staaken gegen KW Netzklopper. Alle Spiele der Endrunde bestanden nur noch aus einem Satz, der bis 16 ging bzw. bis ein Team dann zwei Punkte Vorsprung erspielt hatte, sollten beide 15 Punkte haben. Sobald das erste Team acht Punkte erreichte hatte, wurden die Seiten gewechselt, um eventuell gegebenen Ungerechtigkeiten wie Sonneneinstrahlung, an der Decke befestigte aber herunterhängende Stahlkabel oder Gegenwind auszugleichen.

Und wie sollte es anders sein, bei so langer Sportaktivität leidet die Konzentration und es gab die erste Verletzte! Eine Spielerin vom Team Elsenmix bekam einen Ellbogenschlag durch einen eigenen Mitspieler ins Gesicht, direkt auf die Nase. Das tat weh! Und in einem weiteren Spiel der Endrunde dann auch noch eine Spielerin von Milas Fanclub in die Reihe der Verletzten, allerdings ohne Fremdeinwirkung. Nach der Landung schlecht gelandet und sofort schmerzverzehrt hingelegt. Die Diagnose zwei Tage später durch einen Arzt: Knochenabsplitterung im Mittelfuß! Das tat weh!

Aber zurück zum Sportlichen: Nach den letzten vier Spielen für jedes Team wurde ein Kasten herangerollt und Sektflaschen wie Süßes wurden draufgestellt. Die Mannschaften versammelten sich komischerweise fast magisch von allein um den Kasten, hinter dem sich Frank mit einem Zettel voller Ergebnisse aufgestellt hatte. Nun wäre eigentlich doch die spannende Frage, versammelten sie sich, weil Frank so viel Autorität ausstrahlte oder weil auf dem Kasten Zucker und Alkohol standen? – Liebe Sozialwissenschaftler und Psychologen von Humboldt-Universität und Freier Universität, das wäre doch mal ein Sonderforschungsprojekt wert! Wie auch immer, die Plätze waren ausgespielt, nun musste also auch geehrt werden. Bevor ich aber zum Endstand komme, möchte ich allen Spielerinnen und Spieler gratulieren, denn sie haben sicherlich – unabhängig von der Platzierung – ihr jeweils Bestes gegeben. Alle waren bemüht und nur wenige haben sich ein wenig daneben benommen, was im Eifer des Spiels aber durchaus mal passieren kann. Eine tolle Werbung für den Volleyball! Weiterhin möchte ich den Frauen und Männer der Volleyballabteilung des TSV Staaken danken, die es mal wieder geschafft haben, ein toll organisiertes Turnier und ein noch tolleres Buffet auf die Beine zu stellen! Ganz großen Dank verdienen aber auch die Menschen dieser Abteilung, die, obwohl sie nicht gespielt haben, mitgeholfen haben und ihre Mannschaft am Spielfeldrand unterstützten und anfeuerten! Zum Beispiel Siggi, der wegen eines Tennisarms nicht spielen konnte, sich aber unermüdlich um die Punktetabelle gekümmert hat. Danke auch an Rainer Maudrich für seinen vormittäglichen Besuch und seinem Interesse am Volleyball.

Und nun zum Endstand:

Platz

Team

Summe BP

Summe SP

Diff. BP

Diff. SP

1

Friedenspfeifen

114

106

12

4

8

8

2

SF Kladow

116

104

8

8

12

0

3

Milas Fanclub

120

120

8

8

0

0

4

Netzhocker

104

112

8

8

-8

0

5

E. Südring

116

128

4

12

-12

-8

6

Schering

132

116

12

4

16

8

7

KW Netzklopper

118

110

8

8

8

0

8

Elsenmix

126

118

8

8

8

0

9

Staaken

108

112

8

8

-4

0

10

Borgsdorf

94

122

4

12

-28

-8

Alle Mannschaften wurden ordentlich beklatscht und hatten sicherlich ihren Spaß. Herzlichen Glückwunsch an die Friedenspfeifen.

Geschafft und müde verließen sie dann auch die Halle und fuhren in alle Himmelsrichtungen davon. Ich hoffe, wir sehen uns dann in einem Jahr alle wieder!

Bemerkung: Der Autor ist zwar Mitglied in der Volleyballabteilung des TSV Staaken, trat jedoch mit seinem eigenen Team an, sodass die Schilderungen keine Eindrücke des TSV Staaken widerspiegeln, sondern die eines gewöhnlichen Teilnehmers, der nur hier und da mitgeholfen hat. Den beiden verletzten Spielerinnen geht es wieder halbwegs gut, eine von ihnen stand am Mittwoch schon wieder in der Halle, um sich der tollsten und schönsten Sportart der Welt zu widmen!

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